Verena Plümer

Eine Schülerin spricht in einer Einzel-Improvisation mit ihrer imaginären Mutter

Interview mit Verena Plümer - Frage 7/9

In Anbetracht der ständigen Subventionskürzungen für Theater und der generell schwierigen Berufssituation – Wie könnt ihr noch guten Gewissens Schauspieler ausbilden?

Gut, man könnte natürlich darauf reagieren und sagen „Es gibt nur so und so viele Stellen und die werden derzeit immer noch nicht von den Hochschulen allein abgedeckt.“ Und „Wer weiß wie das weitergeht... Da sind die Aussichten noch schlechter.“

Ja, nun leben wir aber in einer Gesellschaft, anders als früher in der DDR, in der es nicht so ist, dass ich sage „Es gibt nur so und so viele Stellen – also darf ich diesen Wunsch nicht haben, es zu werden.“ Ich darf den Wunsch sehr wohl haben! Und es muss auch für mich – bei entsprechendem Talent – eine Anlaufstelle geben. Denn man muss sich ja nicht vorstellen, dass diejenigen, die die ganzen Stellen besetzten, auch wirklich nur die Allertalentiertesten sind. Ich denke, wenn es diesen großen Traum gibt, und ich möchte den verwirklichen, dann möchte ich in einer Gesellschaft leben, in der ich die Chance habe, das zu machen.

Und das ist alles, was wir bereitstellen können. Und nicht die Bewerber vor verschlossene Türen laufen lassen, sodass sie sagen „ich habe noch nicht mal eine Lebenschance gehabt, diesen Beruf zu ergreifen, diesen Beruf zu wollen, diesen Beruf optimal zu erlernen und es nachher zu können, weil es mir nicht angeboten wurde.“

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