Anfäner-Improvisation

Drei Schüler in der Probezeit bei einer Gruppen-Improvisation

Interview mit Verena Plümer - Frage 4/9

Als Regisseurin und als Schauspielerin hast du schon mit vielen Schauspielern gearbeitet, die von verschiedenen Schulen kamen. Jede Schule hinterlässt eine ganz eigene Handschrift...

Das kann ich so eigentlich nicht bestätigen. Ich kann nicht jeder Schule eine eigene Handschrift zuweisen. Obwohl es Schulen gibt, die eine sehr starke eigene Handschrift haben. Zum Beispiel Ernst Busch in Berlin oder dieses Duo, das jetzt bald aufgelöst wird als Duo, die Folkwang Schule in Essen und die Bochumer Schauspielschule.
Ich muss sagen, im Wesentlichen sind die Anfänger, die von deutschen Schauspielschulen kommen, klasse! Die wollen alle was, die stellen die richtigen Fragen, die gehen alle mehr oder weniger extrem fordernd in was rein und sind sehr begeisterungsfähig. Es ist nur leider so, dass die extremen Sparmaßnahmen in den Theatern dazu geführt haben, dass die Anfänger sich sehr früh verschleißen. Sehr viel früher als zu der Zeit, als ich im Theater angefangen habe. Da gab es noch eine sehr viel größere Sorgfalt in Hinblick auf die Förderung junger Talente. Mittlerweile ist es so, dass die Theater ihre Spielpläne vollmachen müssen. Da wird jeden Abend gespielt. Das ist für die Anfänger wunderbar, die können sich frei spielen. Aber es ist oft auch so, dass gar nicht die Zeit bleibt, jemanden speziell zu fördern. So dass natürlich die Frustration bei den jungen Schauspielern auch da ist. Und was ich weiß, ist, dass fast alle versuchen, möglichst schnell irgendwie in Film und Fernsehen unterzukommen.

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