„Ich glaube an die Unsterblichkeit des Theaters.

Es ist der seligste Schlupfwinkel derjenigen, die ihre Kindheit heimlich in die Tasche gesteckt und sich damit auf und davon gemacht haben, um bis an ihr Lebensende weiterzuspielen.“

Max Reinhardt (1873-1943), österreichischer Schauspieler und Regisseur

Deutschland - Theaterland ohne Nachwuchsproblem

Reinhardts Worte haben noch heute Gültigkeit: Ungeachtet der gängigen Meinung, die Schauspielerei sei „brotlose Kunst“, gibt es in der Branche kein Nachwuchsproblem. Die Ausbildung an privaten Schulen kostet meist monatlich soviel wie die Semestergebühr eines klassischen Hochschulstudiums. Dennoch sind die maximalen Studierendenzahlen an Schulen „der darstellenden Künste“ stets ausgereizt. Beispielsweise an der staatlichen Schauspielschule Ernst Busch in Berlin bewerben sich jährlich rund 1000 Aspiranten auf 23 Studienplätze .

Das „Prädikat der Bühnenreife“ der privaten Einrichtungen oder der Titel „Diplom-Schauspieler“ der staatlichen Schulen ist jedoch keine Erfolgsgarantie. Denn die freien Stellen „werden derzeit immer noch nicht von den Hochschulen allein abgedeckt“, wie Dr. Verena Plümer, Schulleiterin der Wiesbadener Schule für Schauspiel, berichtet.

Mit dem Rollenrepertoire, das die Schüler sich in den Schauspielschulen erarbeiten, bewerben sie sich bei den Agenturen um einen Platz. Die Zentrale Bühnen-, Film-, und Fernsehvermittlung (ZBF), eine Institution der Bundesagentur für Arbeit, ist mit derzeit 5.733 Schauspielern die größte deutsche Vermittlungsagentur in dieser Branche. Laut dem Jahresbericht der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung vermittelte der Bereich Schauspiel der ZBF 2004 insgesamt 1.208 Stück-, Fest- und Gastverträge. Der Bereich Film / Fernsehen konnte 3.664 Engagements vermitteln.