„Zunächst bedenke der Schauspieler, daß er nicht allein die Natur nachahmen, sondern sie idealisch vorstellen solle,

und er also in seiner Darstellung das Wahre mit dem Schönen zu vereinigen habe.“

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Johann Wolfgang von Goethe leitete zwischen 1791 und 1817 das Weimarer Hoftheater. Gemeinsam mit Friedrich Schiller, der ab 1796 dort arbeitete, entwickelte er eine neue Theaterästhetik.

Um sich als Kunstwerk zu etablieren, müsse sich das Theater eine eigene Wirklichkeit schaffen(1). Das Theater unter Goethe sollte nicht die Natur nachahmen, sondern als Symbol des Wirklichen fungieren. Es habe das „Wahre mit dem Schönen zu vereinigen“(2).

„Zum Inbegriff des vollkommenen Kunstwerks“(3) avancierte die Oper. Ihr unwahrscheinliches und unnatürliches Wesen diente als Vorbild für die Aufführungen am Weimarer Hoftheater.

Mit dieser neuen Art von Theater stellte Goethe sich dem bürgerlichen Illusionstheater entgegen. Zugunsten der eigenen Wirklichkeit der Aufführung führte Goethe musikalische Untermalungen durch einen Chor und die Versform ein. Das Publikum sollte durch die Aufführung an fremde Orte jenseits ihrer Realität geführt werden. Auch sollten sich die Schauspieler immer dem Publikum bewusst sein, die imaginäre vierte Wand lehnte Goethe ab.

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