Kritiker wie Christian Fürchtegott Gellert betonten,

„wenn die Literarisierung des Theaters ihren Zweck erfüllen soll[te], das Theater in eine Sittenschule (...) zu verwandeln,

so muss[te] sie an die Empfindung des Zuschauers appellieren.

Gottsched übersetzte Stücke Corneilles, Racines und Voltaires und konnte Friederike Caroline Neuber dafür gewinnen, sie auf die Bühne zu bringen. Auch Stücke junger deutscher Dramatiker, wie Lessings "Der junge Gelehrter", führte die Neuberin auf. Die belustigenden Stegreifspiel blieben populärer als das Theater als Sittenschule. Auch Versuche, die Rezeptionshaltung zu verändern, blieben erfolglos. (4)

Vorgehen der Frühaufklärer stieß auf Kritik

Die Literarisierungsversuche der Frühaufklärer stießen ab Mitte des 18. Jahrhunderts auf Kritik. Insbesondere die Ständeklausel war Mittelpunkt der Diskussion: Nach Gottsched durfte nur der Adel tragisch dargestellt werden. Für die Bürger blieb die Komödie, in der sie mit ihren Problemen und Unzulänglichkeiten verlacht wurden. Kritiker wie Christian Fürchtegott Gellert betonten,

„wenn die Literarisierung des Theaters ihren Zweck erfüllen soll[te], das Theater in eine Sittenschule (...) zu verwandeln, so muss[te] sie an die Empfindung des Zuschauers appellieren.“ (5)

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