Bühnenkonzept, Dekoration, und Kostüme waren auf die perfekte Täschung des Zuschauers ausgerichtet.

Nicht die Darstellung konkreter Situationen und individueller Rollen war das Ziel des Barocktheaters. Vielmehr sollten Typen dargestellt werden.

Der Bühnenraum war durch einen festen und reich verzierten Bühnenrahmen deutlich vom Zuschauerraum abgegrenzt und wurde so zum Bedeutungsraum. Der Bedeutungsraum gliederte sich in drei Teile: Den Bühnenboden, den Raum über dem Boden und den Raum unter dem Boden. Die drei Ebenen repräsentierten die Teilung der Welt in Erde, Himmel und Hölle. Außerdem wurde die Welt auf der Bühne mithilfe der ausgeklügelten Technik der Verwandlungsbühne effektvoll repräsentiert.

Die Kulissenbühne war mit trompe-l'œil-Motiven bemalt – der Hauptperspektivpunkt lag in der Mitte des Bildes, das Auge des Betrachters schien in die Unendlichkeit zu führen. Die Dekoration sollte keinen spezifischen Raum darstellen, sondern einen Typus von Raum. Der Zuschauer sollte diesen eindeutig erkennen und das Verhalten der Schauspieler und die Handlung darauf beziehen können.

Auch die Kostüme dieser Zeit verwiesen auf bestimmte Figurentypen – wie den Held, den Tyrann, den Aufschneider oder den Narr. Sie orientierten sich an der zeitgenössischen Kleidung und stilisierten diese um eine eindeutige Identifikation zu ermöglichen. Der Schauspieler agierte als Repräsentation des Menschen.

Die barocken Figuren wurden von Affekten befallen, denen sie unterlagen (schwacher Mensch) oder denen sie widerstanden (Held). Um diese Affekte zu repräsentieren, gab es ein System theatralischer Zeichen: Franciscus Langs ‚Dissertatio de actione scenica’. (4)

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