Die Geistlichen Spiele des 15. und 16. Jahunderts waren fester Bestandteil der städtischen Festkultur.

Ihre Inhalte waren von der Bibel vorgegeben.

Die Geistlichen Spiele des 15. und 16. Jahrhunderts

Im Mittelalter waren Theateraufführungen Bestandteil der städtischen Festkultur.

Besonders im 15. und 16 Jahrhundert waren die geistlichen Spiele – Osterspiele, Passionsspiele, Fronleichnamspiele – in Deutschland weit verbreitet.

Inhalte der Spiele waren keine individuellen Schöpfungen, sie waren durch die Bibel vorgegeben. Der Stoff wurde als eine Folge von Szenen dargeboten, der in Versatzstücken festgehalten war. Die Szenen wurden abgeändert oder erfuhren eine unterschiedliche Ausprägung – manche Szenen wurden weggelassen, andere ausgeschmückt. (1)

Im Mittelpunkt der Spiele stand der „mythisch-archetypische Antagonismus zwischen Gut und Böse“(2). Entsprechend war die Bühne konstruiert: Himmel und Hölle waren deutlich einander gegenüber platziert. Der Himmel wurde durch ein Gerüst, das über eine Leiter zu erreichen war, dargestellt. Die Hölle war ein „scheußlicher Drachenkopf mit weit aufgerissenem Maul“(3). Zwischen Himmel und Hölle spielte sich das Geschehen ab. Auch die Kostüme verdeutlichten den Gegensatz zwischen Gut und Böse: Gottvater und Engel sollten helle, edle Gewänder tragen, die Teufel hingegen sollten Furcht einflößende, zerlumpte Kleidung und Masken tragen. Die Menschen trugen zeitgenössische Kleidung und unterschieden sich somit in ihrer Erscheinung nicht von den Zuschauern.

1 | 2 | Quellen