Die mythologische Anmutung der Spiele und die magische Sündenfreiheit für Darsteller und Publikum führte zu Aufführungsverboten und schließlich zum Ende der Geistlichen Spiele.

Zu dieser Zeit gab es den Beruf des Schauspielers noch nicht. Die Darsteller der geistlichen Spiele setzten sich aus allen gesellschaftlichen Schichten der männlichen Bevölkerung zusammen. Zuschauer der einen Vorstellung waren bei der nächsten Darsteller sein und umgekehrt. „Zuschauer und Spieler waren als Gemeinde ‘im dienst Gotts bsammelt’“(4). Wer an der Aufführung aktiv oder passiv teilnahm, erhielt eine Art Sakrament:

"Setzt euch nieder und freuet euch,
die ihr hier versammelt seid.
Freuet euch in dieser Zeit:
ihr könnt frei von Sünden werden.
Gott will in dieser Zeit die erlösen,
die von dem Bösen ablassen.
Die heute mit Gott aufstehen,
die werden frei von Sünden weggehen.
Damit euch das alles geschehe,
ein jeder höre und sehe!"(5)

Diese magische Sündenfreiheit und die mythologische Anmutung der Spiele missfiel der Kirche. Im Laufe des 16. Jahrhunderts ergingen zahlreiche Aufführungsverbote bis sie schließlich zur Jahrhundertwende nahezu verschwanden.

Vereinzelt wurden die Spiele an Schulen noch im Rahmen des Lateinunterrichts betrieben.

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